Gebäude mit wechselvoller Geschichte 



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50 Jahre ABF

Arbeiter-und Bauern-Fakultät II (ABFII) nahm 1954 Arbeit auf





Dr. Heinrich Schotten

Übersicht zur Biografie von
Dr. Heinrich Schotten

von Manfred Drobny 2011

am 3. Juli geboren in Marburg als Sohn des Marburger Universitätssyndikus Carl Friedrich Heinrich Schotten(1821-1855)

Tod des Vaters beim Versuch, ein anderes Kind vor dem Ertrinken zu retten vor der Geburt von Heinrich-
es kümmert sich nun der Physiologe Carl Ludwig, ein Freund des Verunglückten, um Heinrich

bis 1872 Besuch des Marburger Stadtgymnasiums

Reifeprüfung am Gymnasium St. Nikolai in Leipzig- danach Studium in Leipzig, Breslau, Berlin, Marburg

Verlobung des „Candidaten des höheren Schulamts Herrn Heinrich Schotten“ mit Helene Blobel,
Tochter eines Regierungsrates in Kassel (1863-1938)

1890 / 1891
Gründung des Deutschen Vereins zur Förderung des
mathematisch-naturwissenschaftlichen Unterrichts
(Förderverein)

Herausgeber des Buches „Inhalt und Methode des Planimetrischen Unterrichts. Eine vergleichende Planimetrie“ herausgegeben bei B.G.Teubner in Leipzig

Geburt des einzigen Kindes des Ehepaares: Elisabeth Anna Schotten (1891-1972 ?)

Ablegung der Staatsprüfung an der Marburger Universität

Promotion zum Dr. phil.

anschließend Probejahr am Königlichen Gymnasium in Kassel

Arbeit an Schulen in Herzfeld, Schmalkalden, Kassel- in Kassel am Königlichen Friedrichs-Gymnasium

Veröffentlichung zahlreicher Schriften zu Problemen der Pädagogik, der Mathematik –
vor allem Fragen der Anwendung mathematischer Aufgaben und Geometrie

Mitglied der Leopoldina in Halle

am 17.12. Einführung in das Amt als Direktor der Städtischen Oberrealschule zu Halle (Nachfolger von Dr. A. Thaer) im Gebäude des Stadtgymnasiums (Sophienstraße)

am 5.Februar wird er Freimaurer (Loge „zu den drei Degen“)- später auch Mitglied der
Großen National-Mutterloge „zu den drei Weltkugeln“

die Stadtverordnetenversammlung von Halle beschließt den Bau eines eigenständigen Schulgebäudes für die
Städtische Oberrealschule zu Halle- ein Ergebnis des Tatendranges und Strebens auch von Dr. H. Schotten

1904 Mitglied im „mathematischen Kränzchen“, einer Vereinigung von Professoren aus Leipzig und Halle, die sich regelmäßig zu Diskussionen über die Ergebnisse internationaler Konferenzen über Mathematik und den mathematischen Unterricht trafen (Teilnehmer auch Prof. Cantor und Prof. Hausdorff)

Baubeginn der Städtischen Oberrealschule zu Halle auf dem Giebichensteiner Pfarracker

Meraner Konferenz der deutschen Naturforscher- und Ärzteversammlung fasst
Beschlüsse zur Aufwertung des Mathematikunterrichts

Das Buch „Anleitung zum mathematischen Unterricht an höheren Schulen“ von Dr. Fr. Reidt (Hamm)
erscheint in 2.Auflage bei der Grotheschen Verlagsbuchhandlung Berlin, revidiert und mit
Anmerkungen versehen von Dr. H. Schotten

am 25. April feierliche Einweihung des Schulgebäudes in der Staudestraße – es entstand eine moderne höhere
Lehranstalt für Jungen mit Schwerpunkt moderne Sprachen sowie Naturwissenschaften (lateinlos)

1908 IV. Internationaler Mathematiker-Kongress in Rom:
Einsetzung einer Internationalen Mathematischen Unterrichtskommission sowie nationaler Unterkommissionen

Mitglied der Mathematischen Unterrichtskommission(im nationalen Beirat) und Herausgeber
der Zeitschrift für mathematischen und naturwissenschaftlichen Unterricht

Gründung des „Feuerbestattungsvereins Halle e. V.“- ein Gründungsmitglied ist auch Dr. Schotten

bis 1921 lenkt und leitet er mit großem Erfolg die Städtische Oberrealschule zu Halle in der Staudestraße
(Einzelheiten - siehe auch Schulchronik)

Eintritt in den Ruhestand mit 65 Jahren- Nachfolger wird Prof. Dr. Emil Löwenhardt

Beschluss der Degenloge, den unbelegten Musterfriedhof auf dem Gertraudenfriedhof für die
Mitglieder als Urnengräberfeld zu nutzen

am 25.10. schließt er als einer der Ersten einen Nutzungsvertrag mit dem Magistrat über die Urnenstelle Nr.1 auf dem Gertraudenfriedhof ab

bis 1937 wohnt er in der Händelstraße 2 (Erdgeschoss)

stirbt seine Frau Helma am 24. April. Sie wird in dem Urnengrab bestattet

Umzug wegen schwerer Krankheit zu seinen Kindern (?) nach Berlinam 18. Februar verstirbt Heinrich Schotten in Berlin die Beisetzung findet am 4.März auf dem Gertraudenfriedhof in Halle statt (Abt.1, Urnengrab
Nr.1a)

1939 am 23. Februar erscheint auch ein Nachruf in den „Hallischen Nachrichten“ , in dem die Leistungen des
Verstorbenen noch einmal gewürdigt werden

läuft das Nutzungsrecht für die Grabstelle ab, wird das gesamte Gräberfeld geschlossen.

in der Chronik des Schulgebäudes in der Ernst-Schneller- Straße 1 (früher Staudestraße 1) wird der
Name des langjährigen Direktors Dr. Heinrich Schotten genannt- seine Leistungen entsprechend erwähnt

die Chronik wird von Manfred Drobny aktualisiert und auch der Versuch unternommen, sich der Person dieses doch berühmten Sohnes der Stadt Halle zu nähern- eine Biografie zu erstellen.

E R G Ä N Z U N G E N

Zusammenstellung wichtiger ermittelter Wohnadressen in Halle (Adressbücher der Stadt Halle):

Sophienstraße 37, Eingang Luisenstraße
Karlstraße 9 (heute Heinrich- und Thomas- Mann-Straße)
1908-1912 Reichardtstraße 19
1916-1926 Kohlschütterstraße 9 (1916: Nr. 5?)
1927-1937 Händelstraße 2 (Erdgeschoss)
ab 1938 Berlin



Quellen:
-
Stadtarchiv Halle; Nachlass Dr. Heinrich Schotten; S. 15 SCHOT N 117 Nr.1 - N 117 Nr.19; eingesehen am 26.06.2011
-Stadtarchiv Halle; Adressbücher der Stadt Halle; eingesehen im Jahre 2011
-Stadtarchiv Halle; Zeitungsarchiv; „Hallische Nachrichten“, „Saale- Zeitung“ von 1939, eingesehen 2011 sowie weitere
Tageszeitungen der Jahre 1905-1945
-Jahresberichte der Städtischen Oberrealschule zu Halle im Besitz der IGS Halle (Herr B. Budnik) sowie der Reil-Schule
(Förderverein/ Herr M. Drobny)
-Chronik des Schulgebäudes in der Ernst-Schneller-Straße 1,erstellt für die 100-Jahrfeier 2008 unter Leitung von
Manfred Drobny – Aktualisierung in Arbeit
-Festschrift von 1934 zum 50jährigen Bestehen der StORS

Eingesehen wurden verschiedene Internetseiten unter
GOOGLE, die Publikationen von Dr. H. Schotten erwähnten.

Herzlichen Dank für die Mithilfe bei:

- Herrn Bernd Budnik, Integrierte Gesamtschule Halle (IGS)
für die Unterstützung mit Materialien zu allen Fragen der Städtischen Oberrealschule und
der historischen Schullandschaft in Halle

- Frau Heike Bunge, Team Gertraudenfriedhof Halle
für die Hinweise auf die alte Grabstelle der Familie Schotten

- Herrn Guntram Seidler
für die ausführlichen Hinweise und Materialien zur Mitgliedschaft von Dr. H. Schotten in der Degenloge
(siehe auch: Guntram Seidler; Eigenverlag; „Freimaurerische Bestattungskultur in Halle an der Saale“ , Halle 2007 )

- den Mitarbeitern des Stadtarchivs Halle,
die dafür sorgten, dass Akten und Zeitungen sowie weitere Archivmaterialien termingemäß eingesehen werden konnten.



Erarbeitungsstand: 08.11.2011

Aktualisierungen vorgesehen – Für Hinweise und Ergänzungen bin ich dankbar.

Manfred Drobny mdrobny@gmx.de

©MD2011

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